
Coaching-Demo mit Dr. Jasmin Messerschmidt: Coaching mit Bildern & dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM)
with Jasmin Messerschmidt, Inhaberin/Owner, Management Consultant
Also available in English: Coaching Demo with Dr. Jasmin Messerschmidt: Learn Coaching with Pictures and the Zurich-Resource-Model
Transcript
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Teaser
Jasmin Messerschmidt
Und auch das bitte ich dich mit dem Gefühl auszuwählen. Nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Gefühl. Tobi, es geht jetzt darum, dass wir deine positiven Assoziationen sammeln.
Tobi
Hier ist schön dieses In-meiner-Mitte-Sein. Die Schildkröte macht einfach ihr Ding. Was wichtig ist: Sie lässt sich von der Hektik, von den kleinen Tierchen, die da unter ihr am Meeresgrund sind,
Intro
Tobi
nicht anstecken, sondern sie schwebt einfach dahin.
Jasmin Messerschmidt
Das Zürcher Ressourcen Modell ist ein strukturierter Selbstmanagement-Ansatz, bei dem der Klient befähigt werden soll, aus eigener Kraft Ziele zu erreichen.
Das Zürcher Ressourcen Modell
Tobi
Welcome to the Making of a Coach. Willkommen zum Making of a Coach Podcast. I'm Tobi from metaFox, and this is the German version of our picture cards coaching demo with Dr. Jasmin Messerschmidt. If you're not a German speaker, then you'll find the English version of this on the very next episode. Just click next. Und alle deutschsprachigen Zuhörer und Zuhörerinnen darf ich herzlich zur zweiten Folge mit Jasmin begrüßen. Heute wird es ganz praktisch. Jasmin coacht mich zu meinem Anliegen: Wie kann ich in meiner Mitte ruhen, intuitiver handeln, selbst wenn ich viele berufliche und private Projekte parallel jongliere? Also wahrscheinlich ein Klassiker. Und dafür nutzt sie Bildkarten, ihre eigene Methode, basierend auf dem Zürcher Ressourcen Modell, und erarbeitet mit mir ein Mottoziel, das wir dann in einem Bild ankern. Obwohl ich selbst ja schon super viel Erfahrung mit der Arbeit mit
Bildkarten habe, habe ich richtig viel mitgenommen, sowohl aus der Klientenperspektive für mich selbst als auch im Debriefing, das wir am Ende machen, wo wir ein bisschen auf die Metaebene und die Perspektive als Coach schauen. Wir starten mit einem kurzen Recap zum ZRM, und dann geht es direkt in die Demo. Viel Spaß!
Jasmin Messerschmidt
Das Zürcher Ressourcen Modell ist ein strukturierter Selbstmanagement-Ansatz, bei dem der Klient befähigt werden soll, aus eigener Kraft Ziele zu erreichen. Es wurde entwickelt von Maja Storch, Storch und Krause, an der Uni in Zürich. Es ist ein Mix aus Motivationspsychologie, aus Hirnforschung, aus Embodiment. Und das ist ein umfangreicher Selbstmanagement-Ansatz, der im Spitzensport eingesetzt wird, der in der Wirtschaft eingesetzt wird, im sozialen Bereich, aber auch im Gesundheitsbereich, da mache ich auch einige Kurse, weil es häufig darum geht: Wie
kann ich mein Verhalten so steuern, dass es mir gut geht?
Jasmins Weg zum ZRM
Tobi
Für dich kamen das ZRM und die Ausbildung bei Maja Storch ja dann tatsächlich, nachdem du dich schon über Jahre hinweg super intensiv mit der Arbeit mit Bildern im Zuge deiner Doktorarbeit beschäftigt hattest, richtig?
Jasmin Messerschmidt
Ja. Mit dem habe ich mich in den 90er Jahren schon befasst. Es ging darum: Wie kann ich mich dazu bringen, gesund zu leben, weniger Stress zu haben? Wie kann man die unbewusste Ebene mit einbauen? Und da bin ich eben auf Bilder gekommen und auf den ZRM-Ansatz.
Tobi
Wunderbar. Es klingt ja extrem fundiert, psychologisch, neurowissenschaftlich, und auch das deckt sich dann sehr gut mit deiner Doktorarbeit.
Jasmin Messerschmidt
Genau, das ist mir wichtig. Ich möchte wissen, was ich mache, ich arbeite verantwortungsvoll mit Menschen. Und dazu gehört für mich, dass das auf soliden Füßen steht, die von der Forschung auch belegt sind. Was nicht heißt, dass man theoretisch ist, aber dass das, was man macht, theoretisch fundiert ist. Das ist mir wichtig.
Tobi
Ich würde sagen, an dieser Stelle lasst uns gern einsteigen in unsere Demo.
Das Anliegen
Jasmin Messerschmidt
Wie geht es dir, und welches Thema hast du denn mitgebracht? Welches Thema sollen wir hier bearbeiten?
Tobi
Ja, ich glaube, das passt tatsächlich vom Zeitpunkt her sehr gut bei mir, denn ich bin gerade in einer spannenden Lebensphase, ich würde sagen sowohl beruflich als auch privat. Und der Mix macht es natürlich dann auch, the mix makes the poison. Privat ist es so, dass wir Anfang Oktober unseren ersten Sohn bekommen. Das heißt, da steht viel Veränderung ins Haus, die mich vorfreudig, aber auch aufgeregt sein lässt. Ich bekomme viele Warnungen von Leuten, wie viel sich verändern wird, wie sich die Prioritäten verschieben. Und gleichzeitig haben sie das in meinem
professionellen Setting ohnehin auch schon getan. Bei metaFox kennst du, und vielleicht auch viele Zuhörerinnen und Zuhörer, uns ja vor allem für die Bildkarten, so den klassischen Bildungsverlag. Das heißt, wir vertreiben letztendlich bedrucktes Papier und möchten natürlich gleichzeitig auch darüber hinauswachsen. Denn so wie sich der Coaching-Markt und die Coaching-Praxis an sich verändern, wenn es darum geht, dass viele Prozesse auch online stattfinden, auch wir beide sprechen ja jetzt online, dann, finde ich, müssen sich natürlich auch die Coaching-Tools und die Materialien dem anpassen. Das heißt, mein Fokus in meiner Tätigkeit hat sich auch verschoben, vom Papierkarten-Design hin zur Online-Tool-Entwicklung.
Ich sage jetzt, er hat sich verschoben, und gleichzeitig ist das nur die halbe Wahrheit. Denn tatsächlich erzeugt es in mir momentan oft Unzufriedenheit, dass ich einfach auf zu vielen Hochzeiten tanze, dass ich noch in sehr, sehr vielen Projekten involviert bin. Und gleichzeitig seit über zwei Jahren erzähle, ja, wir bauen jetzt auch Online-Tools, oder ich möchte mich dem Bau von Online-Tools widmen. Und das gelingt mir immer nur so halb, weil nebenher eben auch noch viele Projekte mit Autorinnen und Autoren stattfinden, ich viel Partnerentwicklungsarbeit mache und einfach das Gefühl habe, keiner dieser Rollen noch zu 100 Prozent gerecht zu werden. Und das führt dann oft dazu, dass ich den Tag abschließe und mir denke, ach, jetzt habe ich wieder nicht das gemacht, was ich eigentlich machen wollte. Und wie soll das erst werden, wenn jetzt auch noch ein kleines Baby im Haus ist, dem ich natürlich auch ganz viel Zeit widmen möchte? Das heißt, ich brauche hier mehr Klarheit und mehr Fokus in meinem Leben.
Jasmin Messerschmidt
Und was wäre dann anders, wenn du mehr Klarheit und mehr Fokus hättest?
Tobi
Ich glaube, ich könnte den Tag abschließen mit dem Gefühl, oder vielleicht auch dem Gedanken, etwas erreicht zu haben, Partnern gerecht geworden zu sein, das geliefert zu haben, was ich möchte, mit der Kraft und Qualität und auch dem Commitment, dem Zeitinput, den ich möchte. Und das gelingt mir dadurch, dass ich eben zu anderen Dingen Nein gesagt habe.
Jasmin Messerschmidt
Okay. Also dein Anliegen ist Klarheit und Fokus. Du möchtest Klarheit und Fokus gewinnen. Ist das dein Anliegen? Prüf erst mal.
Tobi
Ja, Klarheit und Fokus. Und ich glaube, was dann möglich wird, ist, dass ich mehr in meiner Mitte bin. Dass ich dann auch in mir ruhen kann, wenn sozusagen das Außen chaotisch ist, wenn ein Baby schreit, wenn die Kunden etwas wollen, wenn die Kolleginnen und Kollegen mich noch in dieses oder jenes Projekt mit reinziehen wollen, und es mir aber trotzdem gelingt, präsent und ruhig in meiner Mitte zu sein.
Jasmin Messerschmidt
Also du brauchst Klarheit und mehr Fokus, und du möchtest in deiner Mitte sein, also präsent und ruhig, und in dir ruhen, wenn das Außen chaotisch ist. Lassen wir es so, oder was noch?
Tobi
Ja, das ist sehr gut.
Jasmin Messerschmidt
Sehr schön.
Die Arbeit mit Bildern
Jasmin Messerschmidt
Okay, dann, Tobias, bietet sich hier eine wunderbare Methode an, die Arbeit mit Bildern. Normalerweise würde ich jetzt noch ein bisschen mehr auf das Anliegen eingehen, aber weil es ja auch eine Demo ist, machen wir das jetzt mit Bildern, dann steige ich direkt in die Methode ein. Und zu deiner Info: Wir haben zwei Verarbeitungssysteme, das weißt du, wir haben den Verstand und die Intuition, Kopf und Bauch, und die funktionieren sehr unterschiedlich. Der Verstand eben genau, langsam, mit Sprache, Bewertung richtig,
falsch. Und die Intuition eben Bauchgefühl, unbewusst, schnell, diffus, und die Kommunikation über Bilder, Körper, und die Bewertung ist eben mag ich, mag ich nicht. Und Bilder sind in der Lage, diese beiden Systeme, die ja sehr unterschiedlich arbeiten, in Verbindung zu bringen.
Und wenn ich Veränderungsprozesse initiieren möchte, dann müssen beide Systeme einbezogen werden, gleichermaßen. Also wenn ich lernen möchte, mehr Sport zu machen, wenn ich mich dazu zwinge und das Unbewusste unterdrücke, dann macht das Ganze keinen Spaß und funktioniert maximal, bis es regnet oder die Temperaturen kalt werden, dann habe ich keine Lust
mehr und das Unbewusste übernimmt die Führung. Das heißt also, bei dieser Arbeit mit Bildern, diesem Zürcher Ressourcen Modell, da geht es darum, beide Systeme gleichermaßen einzubeziehen. Und das macht man im sogenannten Rubikon-Prozess, wo es darum geht, erstmal zu schauen: Was sagt denn dein Unbewusstes, deine Intuition, überhaupt zu deinem Wunsch, dass du zukünftig klar und fokussiert sein möchtest und im Inneren ruhig sein möchtest, auch wenn das Außen
chaotisch ist? Es geht darum, dass es dir gelingt, klar und fokussiert dein Leben zu gestalten.
Ja, und ich würde dich jetzt mal bitten zu sagen, was entsteht, wenn du dir dieses Bild anguckst. Was passiert? Wo spürst du dieses Bild in deinem Körper? Das ist so eine Art somatischer Marker-Check. Da geht es darum, dass du die Bilder nachher mit dem Gefühl auswählen sollst. Deswegen machen wir das jetzt hier.
Was löst das Bild an Gefühlen, an körperlichen Empfindungen aus?
Tobi
Panik, würde ich fast sagen. Was ich vor mir sehe, ist ja ein Mensch, der eine Gurke schneidet und dabei den Finger unters Messer gelegt hat, sodass er jetzt jeden Moment nicht nur die Gurke, sondern auch den Finger schneidet. Und ja, das spüre ich direkt, ich würde sagen, in meinem Brustbereich, so ein Zusammenziehen, eine Unsicherheit, vielleicht ähnlich auch in meinem Bauch, genau.
Jasmin Messerschmidt
Okay, gut, das sind deine sogenannten negativen somatischen Marker. Die melden sich: Hilfe, bloß weg, hier wird es nicht gemütlich, hier ist es nicht schön. Ich zeige dir ein anderes Bild. Was erlebst du hier in dem Bild? Oder was löst dieses Bild bei dir aus?
Tobi
Ja, also das Verschwinden des anderen Bildes lässt mich auf jeden Fall sofort mich öffnen, mich entspannen. Und hier sehe ich jetzt ein Strandbild mit Palmen jeweils an den Seiten des Bildes, die auch so eine Art schöne Brücke oder ein Tor schlagen, und in der Mitte dieses Tors sehe ich den Ausblick aufs türkise Meer. Dort vorn sitzt eine Person am Strand, das könnte vielleicht Johanna, meine Partnerin, sein. Und ja, es löst tatsächlich vielleicht ein Gefühl der Geborgenheit aus, dadurch, dass diese Palmen für mich so eine Art Tor bilden, und gleichzeitig aber auch etwas Offenes, weil ich wirklich das Gefühl habe, ich kann den Wind spüren, der hier am Meer weht und mir ein bisschen entgegenbläst. Und das geht eher mit so einem offenen Gefühl in der Brust einher.
Jasmin Messerschmidt
Also es öffnet mehr. Und so, wie du dieses Bild beschreibst, kann ich diesen Wind direkt spüren. Und ja, das sind deine positiven somatischen Marker, Tobi. Und es geht darum, gleich, wenn ich dir die Bilder präsentiere, wählst du anschließend ein Bild aus, das dir guttut und das dich unterstützt, dein Ziel zu erreichen, klar und fokussiert zu arbeiten und ruhig zu bleiben. Was dir dabei hilft, wählst du mit dem Gefühl aus, mit so einem positiven Gefühl, mit einem Hinzu-Gefühl, mit einem warmen Gefühl. Das kann ganz unterschiedlich sein, das sollte auf jeden Fall sehr positiv sein.
Ich möchte dich jetzt vor der Bilderwahl noch mal so ein bisschen in eine Art Entspannung reinbringen, ganz kurz. Wenn du möchtest, kannst du die Augen auflassen. Du stehst, glaube ich, jetzt im Raum, ist das richtig? Genau, dass du dann spürst, wie der Boden sich unter deinen Füßen anfühlt, und dass du dich auf deinen Atem konzentrierst. Du kannst die Augen zumachen, du kannst sie offen lassen, und dass du dich einfach auf dein Ein- und Ausatmen fokussierst. Und jetzt führe ich dich langsam durch deinen Körper, dass du guckst: Wie fühlen sich deine Beine an, wie fühlen sich deine Knie an, deine Oberschenkel?
Und dass du gleichzeitig auch deine Beine wahrnimmst, wie sie dich halten, dich tragen, und wie dein Po sich gut anfühlt, und wie dein Bauch sich gut anfühlt, und wie diese Entspannung dann weiter hochgeht in Richtung Brustkorb und Rücken, und wie sich deine Arme anfühlen, deine Hände, deine Unterarme, deine Oberarme, deine Schultern. Jetzt gehen wir weiter nach oben, wie sich dein Hals anfühlt, dein Kiefer, dein Gesicht, dein Mund, deine Zunge, deine Ohren, dein Hinterkopf, deine Stirn, deine Augen, deine Kopfhaut. Wie alles so ein bisschen entspannt ist und du ganz in gutem Kontakt mit dir selber bist, wie du da so stehst
und atmest. Und jetzt spür einfach noch mal ein bisschen nach, wie sich dieses Gefühl in dir verstärkt, breitmacht und es dir gleich ermöglicht, dich auf die Bildkarten zu fokussieren, zu konzentrieren. Und wenn du so weit bist, kannst du die Augen wieder öffnen und wieder hierhin zurückkommen. Okay, und wenn du magst, kannst du dich auch ein bisschen bewegen jetzt, wenn dir danach ist.
Die Bildauswahl
Jasmin Messerschmidt
Und im guten Kontakt mit dir geht es jetzt darum: Ich zeige dir gleich die deep pictures, die schönen Bilder, 52 Bilder sind es. Du wirst sie kennen. Und ich bitte dich, dir ein bis maximal drei Bilder auszusuchen, mit dem Gefühl, die zu dir wollen,
die etwas in dir auslösen in Bezug darauf, dein Anliegen zu erreichen: fokussiert und klar und ruhig in deiner Balance zu sein, in deiner Mitte zu sein, die Dinge fokussiert und klar abzuarbeiten, auch wenn draußen das Chaos herrscht. Okay, dann siehst du hier jetzt die Bilder. Und wichtig ist, dass du die Bilder scannst, also dass du nicht in die Analyse reingehst, dass du dir wirklich die Bilder auswählst, die ein ganz starkes Gefühl auslösen, die zu dir wollen,
die dich unterstützen, klar und fokussiert zu arbeiten, klar und fokussiert Prioritäten zu setzen, in deiner Mitte zu sein. Die dir guttun.
Ein bis drei Bilder. Und wichtig ist, dass du den Verstand einfach mal weglässt.
Tobi
Ich nehme mal diese Schildkröte auf jeden Fall hier runter.
Jasmin Messerschmidt
Welches Bild lässt dich lächeln, möchte zu dir, tut dir gut, wenn es darum geht, klar und fokussiert in deiner Mitte zu sein?
Tobi
Ich glaube, ich nehme noch hier die Vogelperspektive auf das Wasser.
Jasmin Messerschmidt
Okay.
Tobi
Ich glaube, das ist dann auch schon gut.
Jasmin Messerschmidt
Magst du noch was dazu sagen, zu der Bildwahl?
Tobi
Ja, ich habe jetzt hier zwei, die beide mit Wasser zu tun haben. Das erste ist Bewegung und trotzdem Ruhe. Das heißt, die Schildkröte schwimmt einfach im Wasser und schwebt so ein bisschen dahin. Ich spüre so ein bisschen die Kühle des Wassers. Und gleichzeitig ist es ruhig, weil es unter Wasser ist. Das heißt also, ich habe so in meinem Ohr
Jasmin Messerschmidt
Bevor du weitermachst, Tobi: Es geht jetzt darum, dass wir deine positiven Assoziationen sammeln, und du hast jetzt schon ganz viel gesagt. Ich weiß nicht, ob ich alles erinnern kann, ich schreibe mal auf: unter Wasser. Was noch?
Tobi
Schwebend.
Jasmin Messerschmidt
Mittendrin hast du, glaube ich, noch gesagt. Oder?
Tobi
Hier ist schön dieses In-meiner-Mitte-Sein. Die Schildkröte macht einfach ihr Ding. Was wichtig ist: Sie lässt sich von der Hektik, von irgendwelchen kleinen Tierchen, die da unter ihr am Meeresgrund sind, nicht anstecken, sondern sie schwebt einfach dahin. Und das ist es, das begeistert mich sehr, und ja, so diese Offenheit.
Jasmin Messerschmidt
Im eigenen Tempo.
Tobi
Ja, das ist sehr gut.
Jasmin Messerschmidt
Also.
Tobi
Genau, da würde ich sagen, das ist gut, aber es löst jetzt nicht unbedingt viel aus.
Jasmin Messerschmidt
Gelassenheit.
Tobi
Genau, ja, das ist gut.
Ich glaube, das trägt die Schildkröte auch so ein bisschen mit sich, die weiß, dass vieles um sie herum vielleicht eher Neues ist, so auf Neudeutsch, und lässt sich da nicht verrückt machen, sondern sie schwebt einfach durch die Weite.
Sie schwebt über dem Meeresgrund und hat dadurch auch so ein bisschen eine Vogelperspektive. Also in gewisser Art und Weise ist die Schildkröte auch der Vogel oder die Drohne, die sozusagen das andere Bild gemacht hat. Das heißt, da ist so eine Obendrauf-Sicht, das große Ganze nicht aus den Augen verlierend.
Jasmin Messerschmidt
Wenn du mal guckst, was könnte rundherum sein um die Schildkröte? Gibt es noch irgendwas, was dir dazu einfällt?
Tobi
Ich würde sagen, viel und irgendwie auch nichts. In dem Sinn, dass um die Schildkröte erstmal einfach viel Raum, viel Wasser ist, und es passiert schon viel auf dem Meeresgrund, das sind vielleicht kleine Krabben und kleine Fische und so, aber die spielen eigentlich keine große Rolle in der Richtung, wo die Schildkröte hinschwimmt und wo sie sich hinbewegt. Genau, ich glaube, das ist so das Ausschlaggebende. Es passiert schon viel, aber es ist nicht so wichtig.
Jasmin Messerschmidt
So, ich habe das mal alles aufgeschrieben, und dann kommen wir zum zweiten Bild, die Vogelperspektive. Was fällt dir zu dem Bild ein?
Tobi
Ja, ich habe gerade schon ein bisschen die Parallelen gezogen. Ich sehe hier das Bild eines Strandes von oben herab. Das heißt, ich kann sowohl das Meer sehen als auch die Weite des Strandes
und habe einfach einen sehr großen Überblick.
Und dann ist da auch eine Person, die am Strand entlangläuft, die jetzt für mich aber in der Auswahl gar nicht so eine große Rolle gespielt hat. Es ist mehr auch das Gefühl der Weite, der Schwerelosigkeit und irgendwie des kühlen Windes, den ich hier spüren kann, wenn ich so weit über dem Meer schwebe. Und das ist auch so ein bisschen die Parallelität, die ich zum Unterwasserbild sehe. Es ist ein kühles Meer, und das bringt mich auch so ein bisschen runter. Wenn ich mir das jetzt so anschaue, dann muss ich sagen, ich weiß gar nicht, ob ich das zweite Bild unbedingt brauche.
Jasmin Messerschmidt
Das wollte ich dich gerade fragen.
Tobi
Genau, in dem Schildkrötenbild steckt das irgendwie auch schon mit drin, so diese Vogelperspektive, die ja auch die Schildkröte auf dem Meeresgrund hat. Und das ist eigentlich auch das, was dieses Bild ergänzt. Aber ich glaube tatsächlich, ich könnte das hier auch mal auf die Seite packen und noch stärker hier auf die Schildkröte reinzoomen.
Jasmin Messerschmidt
Super. Dann mache ich das hier mal kleiner. Und das ist die Schildkröte. Es ist oft so, dass dann ein Bild besonders deutlich wird, dass es eigentlich nur das ist. Willst du noch was? Fällt dir noch was ein, was wir bisher noch nicht haben? Also unbekannte Welt fällt mir noch ein, Weite fällt mir noch ein, aber das muss alles nicht sein. Das sind deine positiven Assoziationen.
Tobi
Ja, hier ist das mitgeschrieben, vielen Dank. Genau, die unbekannte Welt, die ist auf jeden Fall da, aber ich glaube, das haben wir so ein bisschen mit dem vielen Raum drumherum, es passiert viel auf dem Meeresgrund, das deckt das für mich schon ein bisschen ab. Aber vielleicht, würde ich sagen, die begrenzte Sicht: Die Schildkröte hat auch im Ozean irgendwann sozusagen Staub vor sich und kann nicht unendlich weit gucken, sie weiß gar nicht so genau, was da am Horizont ist. Das ist aber trotzdem okay, sie schwimmt da einfach stoisch in die Richtung, die sie für richtig hält.
Jasmin Messerschmidt
Ja, Gunther Schmidt sagt dazu: polynesisches Segeln. Und es ist trotzdem okay.
Genau. Also sie weiß nicht ganz genau, wohin sie schwebt. Oder wie sagst du es?
Tobi
Sie weiß nicht ganz genau, was am Horizont wartet, aber hat das Vertrauen, in die richtige Richtung zu schwimmen.
Jasmin Messerschmidt
Gut. Wenn dir sonst nichts mehr zu dem Bild einfällt, vielleicht auch die Farben, dieses Türkis, oder Lichtstrahlen, Sonnenstrahlen. Aber das sind ja deine Assoziationen. Gut, dann kommen wir zu der Auswahl deiner Lieblingsideen. Guck mal, Tobi, welche Worte sind denn besonders wichtig? Ich kopiere die mal, gehe mal auf das Board Lieblingsideen. Und zwar mache ich das so: Ich habe jetzt hier alles nochmal reinkopiert, und ich würde einfach gucken, was davon du als deine fünf bis zehn Lieblingsworte, Lieblingsassoziationen nimmst.
Tobi
Ja, genau, ich mache die einfach mal fett.
Jasmin Messerschmidt
Ja, das ist doch super.
Tobi
Genau, schwebend, in meiner Mitte.
Jasmin Messerschmidt
Und auch das bitte ich dich mit dem Gefühl auszuwählen. Nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Gefühl.
Tobi
Ja, das ist ein guter Hinweis. Ich verbinde mich gerade nochmal mit diesem schwebenden, offenen Körpergefühl.
Jasmin Messerschmidt
Ja, genau.
Tobi
Ich glaube, das passt schon so, dieses schwebend in meiner Mitte. Ich würde sagen, das ist eigentlich die große Überschrift. Und sich nicht ablenken lassen. Ich mache mal hier ruhig schwebend draus.
Jasmin Messerschmidt
Ja, wie schön, ruhig schweben, was für eine Wortkomposition. Super. Okay, dann geht es jetzt darum, in die Reflexion zu gehen. Das sind ja Worte, und die Frage ist, Tobi: Warum, denkst du, gefallen deinem Unbewussten diese Worte, diese Assoziationen besonders? Was denkst du, weshalb reagiert dein Unbewusstes vermutlich so positiv auf diese Ideen, auf diese Worte oder Assoziationen?
Tobi
Ja, also ich fühle dieses Gefühl des Schwebens und der Ruhe. Schwebend eigentlich, wenn wir nur das als Überschrift nehmen, das ist etwas, nach dem ich mich sehr sehne: einen Tag abzuschließen mit diesem Gefühl des ruhigen Schwebens. Und das ist etwas, was ich auch wirklich so körperlich in meinem Nervensystem spüren kann, dass ich das momentan nicht habe, dass ich oft immer noch auf Adrenalin bin. Jetzt versuche ich wieder kognitiv, das zu erklären, aber ich weiß ganz genau, wie sich das anfühlt.
Jasmin Messerschmidt
Also was jetzt?
Tobi
Ja, also ich glaube, mein Kopf würde das beschreiben mit einem Springen der Gedanken von einem Thema zum anderen. Und das ist im ganz starken Gegensatz zu dieser Schildkröte, die einfach in ihrer Mitte stoisch in eine Richtung schwebt.
Jasmin Messerschmidt
Ja. Noch irgendwas, was diese Worte, diese Assoziationen in Verbindung mit dem Bild, warum das dir so wichtig ist? Oder würdest du sagen, das hat es jetzt auf den Punkt getroffen? Vielleicht der Aspekt des Vertrauens?
Tobi
Ja, ich würde sagen, so eine Art Grundvertrauen, das spielt hier auch eine große Rolle. Und vielleicht sogar mehr ein Wissen einfach. Ich habe hier so Master Yoda aus Star Wars ein bisschen im Kopf, der sagt: there is no try. Also einfach ein intuitives Wissen, was die richtige Richtung angeht.
Jasmin Messerschmidt
Das ist doch auch ein schönes Bild. Wenn du dir jetzt den Star Wars hier vorstellst, passt der dann auch zu der Schildkröte irgendwo in dem Bild?
Tobi
Ja, da würde er vielleicht irgendwo auf einem Stein sitzen, sozusagen am Rand. Und genau dieses Zitat, there is no try, das habe ich hier auch im Kopf.
Jasmin Messerschmidt
Genau.
"There is no try"
Jasmin Messerschmidt
Und dieses there is no try heißt: Ich vertraue darauf, auf dem richtigen Weg zu sein?
Tobi
Das heißt so ein bisschen: Wenn du in dich rein spürst, dann weißt du doch, was wichtig ist und was richtig ist. Also anstatt da in die Überanalyse zu gehen und das abzuwägen, eher so einen Wenn-du-es-eilig-hast-dann-geh-langsam-Modus zu finden. Eher zu gucken: nicht, was denke ich, sondern was weiß ich.
Jasmin Messerschmidt
Also ganz viel Weisheit, so intuitives Wissen, wie du es genannt hast.
Tobi
Genau.
Die wichtigsten Worte
Jasmin Messerschmidt
Wenn du auf dieser Basis deiner Lieblingsideen, wenn wir vielleicht nochmal hier gucken: Was ist denn jetzt von diesen Lieblingsworten für dich ganz wichtig?
Tobi
Ich würde sagen: ruhig schwebend in meiner Mitte. Eine zweite wäre vielleicht dieses there is no try, you know.
Jasmin Messerschmidt
Wow. Ich habe Gänsehaut. Aber das ist ja nicht Ziel der Sache, dass der Coach Gänsehaut kriegt.
Tobi
Genau, ich glaube, das reicht eigentlich schon.
Der bewusste Wunsch
Jasmin Messerschmidt
Wenn du jetzt mal schaust, formuliere doch auf Basis deiner Lieblingsideen und mit dem Ergebnis der Reflexion deinen bewussten Wunsch, abgestimmt mit dem Unbewussten. Was willst du, und was brauchst du?
Tobi
Es gelingt mir... Oder nicht, es gelingt mir, zu viele Worte, Entschuldigung. Sondern: Vertrauen.
Jasmin Messerschmidt
Wow.
Tobi
Punkt.
Jasmin Messerschmidt
Das brauchst du.
Das Mottoziel
Jasmin Messerschmidt
Was wir jetzt machen, ist der nächste Schritt. Ich finde, du bist schon sehr, sehr weit dabei. Es geht um ein Mottoziel, also um ein Hinzu-Ziel. Du hast ja am Anfang gesagt, du willst nicht mehr durcheinander sein und im Chaos versinken und von einem zum anderen springen und abends erschöpft sein und so weiter und so fort. Sondern es geht jetzt darum, ein Mottoziel zu entwickeln, das aus deinen Lieblingsworten gebildet ist. Ein Mottoziel zu haben, das dich wirklich innerlich leitet und zu deinem Ziel führt, dass es dir gelingt, klar und fokussiert zu handeln, den Tag so abzuschließen, dass du abends zufrieden bist.
Tobi
Ja, ich würde sagen, also ich dachte tatsächlich bei der vorherigen Übung schon, ich kenne die Methode ein bisschen, dass wir jetzt an dem Punkt sind, und habe das schon versucht so zu formulieren. Aber ich bedanke mich auch für die Chance, das nochmal fein schleifen zu dürfen. Und ja, lass es uns so machen: Ich kann in meiner Mitte schweben. There is no try.
Jasmin Messerschmidt
Super. Dann, Tobi, ist das jetzt dein Mottoziel? Wir gehen jetzt mal hier hinten zu meinem Mottoziel-Aufpimpen. Ich frage dich jetzt mal: Wie viele positive Gefühle löst dieses Mottoziel bei dir aus, auf einer Skala von 0 bis 100?
Tobi
Ich bin auf jeden Fall in den 80ern.
Jasmin Messerschmidt
In den 80ern. Und negativ?
Tobi
Null.
Jasmin Messerschmidt
Null. Okay. Und ist das unter deiner Kontrolle?
Tobi
Ja, würde ich sagen. Weil gerade mit dem Gefühl, in meiner Mitte zu schweben,
Jasmin Messerschmidt
Ja.
Tobi
und der Haltung des there is no try, das ist für mich so eine Ermahnung, bei mir zu bleiben, nicht so in die Überanalyse zu verfallen. Und ich glaube, dass das nicht die Antwort auf alles ist. Ich glaube, meine Kognition ist auch eine Stärke, der ich auch vertrauen darf. Aber ich glaube nicht, dass ich mir Sorgen machen muss, diese zu verlieren, und deshalb ist es für mich jetzt auch stimmig, die hier nicht dabei zu haben. Und ich würde sagen, genau: Ich kann in meiner Mitte bleiben, there is no try.
Jasmin Messerschmidt
Oder: Ich schwebe in meiner Mitte. Spür mal nach, was am stärksten ist, das ist dein Mottoziel.
Das Mottoziel verkörpern
Jasmin Messerschmidt
Und im nächsten Schritt, wenn wir noch Zeit haben, kommt jetzt quasi so eine systemische Überprüfung dieses Mottoziels. Jetzt haben wir ein mit dem Unbewussten abgestimmtes Mottoziel. Dein Körper sagt, da will ich hin. Dein Verstand sagt, super, damit gelingt es mir. Und wenn du Zeit hast, könnten wir jetzt nochmal da reingehen: Ist dein Ziel überhaupt alltagstauglich? Muss es noch ein bisschen angepasst werden? Wo wendest du es an? Was sind die Kosten? Was ist der Nutzen? Also das geht dann in ein normales, übliches Coaching-Gespräch.
Tobi
Genau, der Öko-Check.
Jasmin Messerschmidt
Genau.
Anwendung im Alltag
Jasmin Messerschmidt
Also: Wann, wo, mit wem, wie oft möchtest du die Haltung deines Mottoziels einnehmen? Weil ein Mottoziel ist eine Haltung, die viele konkrete Situationen umfasst. Was würdest du sagen, Tobi? Wann möchtest du dieses Ziel umsetzen, diese Haltung einnehmen?
Tobi
Ja, ich frage mich gerade, gibt es Momente, wo das nicht nützlich ist? Denn ich würde schon sagen, fast immer. Ich glaube, das ist für mich im Beruflichen, wenn es um die Projektauswahl geht und den Umgang mit meinen Teamkolleginnen und Teamkollegen bei metaFox, als auch dann privat im Umgang mit meiner entstehenden jungen Familie. Es ist eigentlich dieses Grundvertrauen, dieses offene Schweben, was ich mitnehmen möchte.
Jasmin Messerschmidt
Und wie kannst du dich da reinversetzen? Es ist ja ein Gefühl. Jemand, der schnell denkt und viele Gedanken hat, wie kriegst du dich dahin, dass du es auch machst?
Tobi
Also ich glaube, ich werde mir hier die Schildkröte auf jeden Fall an die Wand packen.
Jasmin Messerschmidt
Wenn ich dir was empfehlen darf aus meiner Erfahrung: Wenn wir das Coaching weiterführen würden, würde ich das Thema Embodiment mit reinnehmen. Also das Ziel in den Körper reinbringen und dich anregen, eine Körperbewegung oder ein Tai Chi, eine Bewegungsabfolge zu finden, mit der es dir gelingt, dich in diese Haltung reinzubringen. Das könntest du im Nachgang zu diesem Coaching machen, dass du dir überlegst: Wie stehst du, wie ist dein Gefühl, wie ist dein Brustkorb, wie sind die Arme, wie sind die Beine, und dann: Wie
Reflexion und nächste Schritte
Jasmin Messerschmidt
schwebe ich, schwebe in meiner Mitte, there is no try, oder keine Ahnung. Dass du da für dich eine Bewegungsabfolge findest, für den Körper, weil morgens, wenn du anfängst, kannst du ihn sofort in dieses Embodiment reinbringen, und dann bist du dein Ziel.
Nullstellung.
Tobi
Ja, ich glaube, das wäre so eine Art auf beiden Beinen stehen und so ein Ausatmen und vielleicht so diese Bewegung mit den Händen, dann die Hände, die Arme baumeln lassen und so sozusagen dieses Schweben symbolisieren. Ich schwebe in meiner Mitte, there is no try.
Jasmin Messerschmidt
Und dann könntest du dir ein Mini-Embodiment überlegen, ein kleines, das du in sozialen Situationen machst, ein sozial verträgliches Mini-Embodiment.
Tobi
Ja, ich glaube, auch das ist mehr so eine erdende Bewegung irgendwie, dass die Füße auf dem Boden sind und nach unten streifen.
Jasmin Messerschmidt
Toll. Merken und möglichst häufig einsetzen in den nächsten Tagen und Wochen. Genau, weil es geht ja darum, jetzt im nächsten Schritt das neuronale Netz zu bilden und im Gehirn zu stärken.
Okay, was passiert, wenn du dein Mottoziel umsetzt? Was wird sich in deinem Leben verändern?
Tobi
Ich glaube, ich kann ruhiger bleiben, auch in hektischen Situationen, und dadurch präsenter für meine Mitmenschen da sein.
Jasmin Messerschmidt
Genau, dann wäre es jetzt wichtig: Immer wenn du spürst, da ist Stress, dass du dich dann daran erinnerst, in deiner Mitte zu schweben, und dir sagst, there is no try.
Was wird denn der größte Gewinn sein?
Tobi
Ich kann den Raum halten für andere. Und ich bemerke das daran, dass vielleicht auch die Menschen in meinem Umfeld, meine Kolleginnen und Kollegen, meine Partnerin und vielleicht auch das Baby, diese Ruhe so ein bisschen mitnehmen können, dass die abfärbt sozusagen.
Jasmin Messerschmidt
Ja, so ein Baby ist ein direkter Spiegel des inneren Stresslevels. Noch was, vielleicht beruflich gesehen?
Tobi
Es fällt mir einfacher, Nein zu sagen, wenn ich merke, dafür ist kein Raum. Das würde mich sozusagen am Schweben hindern.
Jasmin Messerschmidt
Was musst du loslassen, was musst du aufgeben, was könnten Nachteile sein? Das ist ja keine Veränderung ohne Nachteile.
Tobi
Ich kann nicht mehr so viele Dinge machen. Ich muss auch Nein sagen. Genau, ich bin endlich. Und ich sage momentan ja auch nicht immer Ja, weil ich irgendwie nicht Nein sagen kann, sondern weil ich auch wirklich Lust habe, mit diesen und jenen Menschen zu arbeiten und an diesen und jenen Projekten. Und das wird, glaube ich, die Herausforderung. Deshalb ist mir diese wohlwollende Haltung auch so wichtig. Genau: Ich bin endlich. Das trifft sehr gut.
Jasmin Messerschmidt
Dann kommen wir nochmal zum Abschluss. Und die Frage ist: Kommst du damit über den Rubikon und sagst, ja, das will ich unbedingt?
Tobi
Also das heißt, ist das Mottoziel attraktiv genug, dass ich auch die Aktivierungsenergie aufbringen kann, wenn es eben in meinem Fall vielleicht hektisch wird und viele Projekte an mir zerren?
Jasmin Messerschmidt
Ja, das ist dann der nächste Schritt, weil es wird Situationen geben, da wird es dir nicht gelingen.
Die Rückfallquote, die ist immer da. Es geht darum, Stück für Stück daran zu arbeiten, dass das neuronale Netz im Gehirn so stark wird, dass es dir gelingt, in zunehmend schwierigen Situationen trotzdem das Ziel umzusetzen. Am Anfang wird es Situationen geben, das sind sogenannte A-Situationen, wo es dir leicht fällt, in der Mitte zu schweben. Wenn du bei deiner Freundin beim Abendessen sitzt, da schwebst du in deiner Mitte, there is no try, kein Problem. Und dann gibt es schwerere Situationen, die aber planbar sind, wenn du weißt, ich habe da einen Pitch, oder da ist die Geburt, wo du dich darauf vorbereiten und Handlungspläne entwickeln kannst. Das würden wir jetzt im Coaching machen, wir würden für schwierige Situationen Handlungspläne entwickeln, damit es dir gelingt. Dann hast du ein inneres Video, quasi mentales Training, dass du es schaffst, ruhig zu bleiben, in deiner Mitte zu schweben, auch wenn um dich herum das Büro abbrennt. Und das wird es einfach geben, und es geht darum, dieses Mottoziel Stück für Stück umzusetzen und in deinem Gehirn zu stärken, dass du so ein starkes neuronales Netz hast.
Tobi
Ja.
Jasmin Messerschmidt
Das ist jetzt Arbeit.
Tobi
Genau, das fängt jetzt an. Das Gefühl habe ich auch. Dann sage ich vielen, vielen Dank für diesen Prozess.
Debriefing
Tobi
Und mich würde jetzt interessieren, in meiner Rolle als dein Podcast-Host und Interviewer: Wenn wir jetzt auf diesen Prozess schauen, inwiefern hat der sich unterschieden, oder was wäre etwas, was du in der Realität mit einer Klientin anders gemacht hättest?
Jasmin Messerschmidt
Also ich hätte am Schluss nicht so viel dazugegeben. Das kam jetzt aus dem Impuls heraus, dir viel mitzugeben, wie es weitergeht, was du gebrauchen könntest, damit es klappt. Ansonsten war das ein realer Prozess.
Tobi
In der Realität hätten wir jetzt nicht nur eine Session, sondern mehrere, und dann könnte man sagen, okay, heute gehe ich mit meinem Bild nach Hause und dem Mottoziel, und nächstes Mal sprechen wir dann über Embodiment und erarbeiten uns die Bewegung, die mich in meiner Mitte schweben lässt.
Ja, ich fand es sehr schön und hilfreich, die Kalibrierungsübung. Ich glaube, das ist für mich jetzt aus dieser Session und auch aus unserem Interview in der letzten Session der größte Takeaway. Wenn ich auch vergleiche, wie ich bisher mit Bildkarten arbeite, dann ist es diese Kalibrierung. Das Bild mit der Gurke, so in den Finger schneiden: Stress, wie sieht das in meinem Körper als Klient aus, und wie sieht Entspannung, Offenheit im Körper aus, und das vorher zu kalibrieren, das war wirklich sehr, sehr hilfreich, um dann mit dem Körpergefühl das Bild auszusuchen. Und das geht nochmal weiter, als zu sagen, ja, lass dich von deiner Intuition leiten und such das Bild mit deiner Intuition aus. Das sage ich oft, wenn ich das anleite. Aber durch die Kalibrierung mit dem Körpergefühl bekommt das natürlich nochmal eine ganz andere Größe und wird viel spürbarer.
Jasmin Messerschmidt
Toll, schön, freut mich. Und das ist auch das, was ich dir eben für dein Ziel mitgeben wollte: Man braucht morgens eine Kalibrierung nach innen, für den Körper und nicht für den Kopf.
Tobi
Was möchtest du als Bild-Veteranin, als super erfahrene Expertin in der Arbeit mit Bildern, angehenden Coaches mitgeben, um in die Bildarbeit zu starten?
Jasmin Messerschmidt
Ich habe zwei Punkte. Der eine ist: Achte auf die Körpersprache und weniger auf die Worte des Klienten. Bleib auf der emotionalen Ebene mit dem Klienten in Verbindung. Und wenn du merkst, es ist nicht stimmig, dein Gefühl, du spürst, da ist keine Energie oder so etwas, dann ist das Bild möglicherweise zu sehr mit dem Kopf ausgewählt, oder es hat diese Wirkung nicht, weil jemand aus dem Marketing kommt und professionell mit Bildern arbeitet. Also sei mit dem Klienten, aber auch mit dir in Verbindung, in Resonanz mit dir sein, das ist wichtig. Und wenn man sich nicht sicher ist, da nachzufragen. Und das andere ist, dass ich nicht für den Klienten interpretiere, sondern der Klient entdeckt selbst, was für ihn oder sie stimmt.
Tobi
Und was wäre gewesen, wenn ich jetzt gesagt hätte: Du, das mit den Bildern, das ist mir irgendwie zu esoterisch?
Jasmin Messerschmidt
Ich hätte das sofort akzeptiert. Ich hätte vielleicht nochmal nachgefragt, was daran so sein könnte, eine Runde Werbung gemacht, Wirksamkeit, im dritten Jahrtausend sehr wichtig und so weiter. Aber dann hätte ich das sehr schnell gelassen. Für mich hat der Klient immer recht. Und was mir wichtig ist, ist, dass der Klient sich sicher und gut aufgehoben fühlt, auch vom Unbewussten, damit diese Kopf-Bauch-Synchronisierung im Coaching stattfinden kann. Und dazu muss er sich gehört und gewürdigt fühlen.
Also ich würde sicherlich dann erstmal in systemische Fragen übergehen und dann vielleicht irgendwann nochmal das Thema innere Bilder oder Metaphern anbieten. Das heißt, dann darf die Klientin das Bild selbst im Kopf malen.
Tobi
Wunderschön.
Ja, das war unsere Demo-Folge mit Jasmin. Die Schildkröte, auf der ich mein Mottoziel geankert habe, hängt jetzt vor mir hier an der Wand. Und die ist natürlich Teil des deep pictures Original Kartensets, das ihr sowohl in Print als auch als digitales Kartenset, so wie wir es mit Jasmin genutzt haben, auf metafox.eu findet.
Verlinken wir euch auch gern in den Shownotes. Auf einer Coach-Metaebene war mein größter Takeaway, glaube ich, die Kalibrierung des Körpergefühls. Also dass mir Jasmin bewusst zwei Karten gezeigt hat, die mit Stress oder Entspannung assoziiert sind, und mir so geholfen hat, stärker in mein Körpergefühl zu kommen und die Schildkröte weniger kognitiv und stärker intuitiv, mit meinem Körper, auszuwählen. Wenn du für deine Tätigkeit als Coach, Moderatorin oder Therapeutin noch mehr zur Arbeit mit Bildern lernen möchtest, dann hier ein paar Hinweise. Und zwar machen auch wir ab und zu Live-Workshops, dafür geh einfach auf metafox.eu. Außerdem arbeiten wir aktuell auch an einem asynchronen Online-Kurs-Angebot, dafür geh einfach auf metafox.eu slash learn. Nachdem das heute, also im August 2025, falls du die Episode direkt hörst, wenn sie rauskommt, noch nicht online ist, verweise ich gern auch noch an unseren Partner
Coaching Space. Deren Akademieangebot ist auf coachingspace.net verfügbar, können wir auch in die Shownotes packen, und Jasmin ist dort sogar selbst als Trainerin mit dabei. Und der Benjamin von Coaching Space hat mir zugesagt, dass wir auch einen guten Preisnachlass anbieten, also sprecht ihn einfach darauf an, dass ihr über Tobis Making of a Coach Podcast davon gehört habt. So, genug Werbung, genug auch von dieser Spezialfolge auf Deutsch. Wenn ihr Lust habt, auf Englisch zu hören, dann kann ich euch natürlich noch weitere Folgen des Making of a Coach Podcasts ans Herz legen. Die nächste gibt es schon in zwei Wochen. In dem Sinne: Alles Gute auf eurer eigenen Reise. Ich bin Tobi von metaFox. Ciao.